Photodynamische Therapie

bei Sonnenlichtgeschädigter Haut / Aktinische Keratosen

Bei aktinischen Keratosen handelt es sich um chronische Lichtschäden, die sich im Laufe Ihres Lebens in der Haut angesammelt haben. Hierbei spielen die persönliche Veranlagung, Vererbung, Sonnenbelastung und Sonnenbrände im Leben eine wesentliche Rolle.


Schäden, die vor Jahren entstanden sind, kommen erst mit langer Verzögerung zum Vorschein und zeigen sich erst viel später auf der Hautoberfläche, auch wenn man sich der Sonne aktuell oftmals gar nicht mehr so aussetzt bzw. sich in späteren Jahren aktiv davor geschützt hat. Im Wesentlichen befinden sich diese Hautveränderungen an den sogenannten Sonnenterrassen des Gesichts (Glatze, Stirn, Nase, oberer Ohrenbereich, Unterlippe), aber auch an den Handrücken, Unterarmen, Decollete und Schultern. Sie erkennen diese Sonnenschäden daran, dass sich die Haut rauh und schuppig oder krustig anfühlt (wie Schmirgelpapier).


Aktinische Keratosen sind eine Vorstufe von weißem Hautkrebs (Stachelzellkrebs). Ganz gleich, ob es eine kaum sichtbare oder ausgeprägte aktinische Keratose ist: unbehandelt kann sich jede einzelne Veränderung unbemerkt zum bösartigen Stachelzellkrebs, der auch metastasieren kann, entwickeln. Werden die aktinischen Keratosen rechtzeitig dermatologisch behandelt, kann eine Umwandlung in weißen Hautkrebs verhindert werden. Es stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: Behandlung mit Creme wie Solarace, Picato, Aldara, Zyclara, Efudix, Vitamin A haltige Creme, Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff, operative Entfernung, Lasertherapie und photodynamische Therapie.


Weitere häufige Fragen

1Was ist die Photodynamische Therapie?
Die modernste und effektivste Therapie ist derzeit die photodynamische Therapie. Diese Behandlungsmethode stellt ein minimal-invasives, spezifisches und hochwirksames Verfahren zur Entfernung von Hautkrebsvorstufen und weißem Hautkrebs dar. Mittels Sensibilisierung und anschließender Lichtbestrahlung lassen sich mit diesem Verfahren bösartig veränderte Zellen selektiv entfernen. Zugleich ist diese Methode aber auch zur Hautverjüngung geeignet, da sich auch die ganze Hautstruktur durch die Behandlung verbessert.

Das Prinzip des Verfahrens beruht auf der Anreicherung von Aminolävulinsäure (ALA) in erkrankten Hautzellen. ALA ist ein natürlicher, im menschlichen Körper vorkommender Baustein, einer Vorstufe des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Während der Einwirkphase wird der Wirkstoff hauptsächlich von den erkrankten Zellen, die einen veränderten Stoffwechsel haben, aufgenommen und in ein lichtsensibles Molekül (Protoporphyrin IX) umgewandelt. In den gesunden Zellen geschieht das in einem wesentlich geringeren Ausmaß. In der darauffolgenden „Bestrahlung“ wird dieser Stoff in Sauerstoff umgewandelt und Sauerstoff in hoher Konzentration führt zum Absterben der erkrankten Zellen.

Vor der PDT wird eine fraktionale CO² Laserbehandlung (Fraxel Laser) vorgeschaltet. Hierbei werden nach Applikation einer Lokalanästhesie -Creme mittels eines computergesteuerten Scanners mit einem CO² Laser feine Löcher in die Haut geschossen, damit die lichtsensibilisierende Creme noch besser in die Haut eindringen kann und das Ergebnis verbessert werden kann.
2Was bedeutet Daylight- oder Tageslicht PDT?
Herkömmlich wird die Photodynamische Therapie nach einer 3 stündigen Einwirkzeit der Creme anschließend 15 Minuten mit einem speziellen Rotlicht bestahlt. Diese Bestrahlung ist sehr schmerzhaft. Daher wurde untersucht, ob es nicht Möglichkeiten gäbe, denselben Therapieerfolg bei weniger Schmerz durch andere Bestrahlungsmöglichkeiten zu erreichen. Federführend in dieser Forschung war sogar die Uni Hautklinik Regensburg, die zeigen konnte, dass bei normalem Tageslicht die gleichen Ergebnisse erzielt werden können mit deutlich weniger Schmerzen.

Daher ist derzeit der Goldstandard der photodynamischen Therapie die Tageslicht PDT mit vorheriger Fraxel Laser-Behandlung.
3Wie funktioniert die Behandlung?
Vorbehandlung mit Fraxel CO² Laser:
Um die Behandlung angenehmer zu gestalten, muss 60 Minuten vor der Laserung eine schmerzhemmende Creme auf das Behandlungsareal aufgetragen werden. Vor der Behandlung erfolgt eine gründliche Desinfektion. Das Lasergerät wird auf die Haut aufgesetzt und es folgen in relativ kurzen Abständen die einzelnen Laserimpulse. Der Laser wird dabei nach und nach über das ganze zu behandelnde Hautareal geführt. Bei der Behandlung entsteht durch die Verdampfung der kleinen Hautpünktchen etwas Rauch, dessen Geruch an verbrannte Haare erinnert. Dieser Rauch wird durch ein Absaugegerät eingesaugt. Während der Behandlung tragen Sie eine Laserschutzbrille. In manchen Fällen werden die Augen auch mit speziellen Laserschutzfolien abgeklebt.

Auftragen der ALA- haltigen Creme
Anschließend wird die lichtsensibilisierende Creme auf das Behandlungsareal aufgetragen. Die restliche Haut wird mit Sonnencreme vor der anschließenden Sonne geschützt. Dann müssen Sie noch 30 Minuten bei uns in der Praxis verbleiben, bevor Sie dann ans Tageslicht gehen dürfen. Gehen Sie zum Neupfarrplatz oder Bismarckplatz und genießen bei einer guten Tasse Kaffe eine Stunde pralle Sonne! Diesmal ist Sonne ausdrücklich erlaubt. Es kann zu einem leichten Kribbeln im Behandlungsareal kommen, aber am meisten werden Sie spüren, was Sonne ohne Schatten bedeutet! Nach der einstündigen Belichtung waschen Sie bitte die Creme mit Leitungswasser ab.
4Was passiert nach der Behandlung?
Als gewünschter Therapieeffekt entsteht eine unbedenkliche entzündliche Veränderung, die nach wenigen Tagen abklingt. Diese Entzündungsprozesse sind Folge von Aufräum- und Regenerationsprozessen der Haut, die durch das Absterben der krankhaften Zellen ausgelöst werden. Während der Abheilung nehmen gesunde Zellen den Platz abgestorbener Zellen ein. Das behandelte Areal wird wie ein starker Sonnenbrand abheilen.
5Was ist nach der Behandlung zu beachten?
Es kommt einen Tag später zu Krusten- und Schorfbildung. Die ersten zwei Tage nach Lasertherapie sollten Sie bitte mehrmals täglich für 10-15 Minuten mit Wasser getränkte Kompressen auf das Areal auflegen. Zudem sollten Sie die von uns verschriebene wundheilungsfördernde Creme mehrmals täglich auftragen, bis nach ca. 7-10 Tagen die Krusten, die sich entwickeln, abgefallen sind. Manchmal werden wir Ihnen auch antibakterielle Wundpflegecremes verschreiben. Dies werden wir mit Ihnen individuell besprechen.

Ganz wichtig:
Sie sollten sich nach der einstündigen „Lichttherapie“ nicht mehr der Sonne aussetzen – für mindestens 2 Tage! Denn die ALA Creme ist noch weiterhin in Ihrer Haut aktiv. Bitte tragen Sie Hut oder Kappe und Sunblocker. Denn wenn Sie die zu behandelnden Hautareale noch mehr dem UV Licht aussetzen, verstärken Sie die Wirkung der lichtsensibilisierenden Substanz und es kann zu einer zu starken Wirkung kommen.

Zudem sollten Sie heiße Umgebung (Sauna, heiße Dusche) die ersten 2 Wochen meiden. Kein Make up auftragen solange eine Schuppung vorhanden ist (Gefahr der Schmutztätowierung). Die Krusten sollten Sie bitte nicht abkratzen oder wegrubbeln, Wasser nur abtupfen. Am Tag nach der Behandlung und eine Woche später müssen Sie zu uns zur Wundkontrolle kommen.

Natürlich sollten Sie auch nach der PDT immer im Frühling/ Sommer eine Sonnenschutzcreme verwenden (Empfehlung Daylong actinica), um weiteren Lichtschäden vorzubeugen.
6Wie lange hält der Erfolg an?
Der Erfolg einer solchen Behandlung hält in aller Regel mehrere Jahre an. Dies ist aber stark abhängig von Ihrem Lebensstil, insbesondere davon, ob Sie sich häufig der Sonne aussetzen.
7Bei welchen Hautkrankheiten kann die Photodynamische Therapie eingesetzt werden?
Sie eignet sich insbesondere zur Behandlung von Hautkrebsvorstufen, den aktinischen Keratosen, aber auch Morbus Bowen, oberflächlichen Basaliomen, Frühformen des Spinalioms, bei Akne und Warzen. Aber auch zur Anti -Aging Behandlung bei sonnengeschädigter Haut mit Hyper-und Hypopigmentierungen ist sie sehr effektiv, da die Ergebnisse kosmetisch sehr schön werden.
8Welche Nebenwirkungen oder Risiken gibt es?
Leichter Schmerz während der einstündigen „Lichttherapie“, Anschwellen/Nässen des Behandlungsareals, Krusten- und Schorfbildung wie bei einem starken Sonnenbrand, Hyperpigmentierung (dunkle Flecken), Hypopigmentierung (helle Flecken) , Narbenbildung – das Risiko hierfür ist zwar minimal, kann aber erfolgen, wenn die Hautoberfläche einen Riss bekommt. Die strikte Befolgung der Pflegeanweisungen nach der Behandlung hilft, diese Nebenwirkung zu vermeiden.

Infektion – nach der Behandlung kann sich die Haut entzünden. Dieses Risiko lässt sich durch den entsprechenden Einsatz von Antibiotika, guter Pflege der Haut und häufiges Händewaschen minimieren.

Allergische Reaktionen – es ist möglich, dass in Folge der Anwendung von Betäubungscremes, Medikamenten o.ä. eine allergische Reaktion auftritt.
9Wie viele Sitzungen sind notwendig?
In der Regel ist 1 Sitzung notwendig.
10Wann kann man das Endergebnis sehen?
Das Ergebnis können Sie erst nach ca. 3 Monaten sehen, denn die Haut braucht solange, um sich neu zu bilden und zu ordnen. Wichtig ist, dass die rauhen Stellen (wo die aktinischen Keratosen waren) nicht mehr zu fühlen sind.
11Wieviel kostet eine Sitzung?
Private Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung. Für Selbstzahler kostet die Behandlung ab 300 Euro. Alle Rechnungen erfolgen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Alle Preise verstehen sich inkl. 19% MwSt.
 

Weitere Einzelheiten können wir selbstverständlich in einem persönlichen Gespräch in der Praxis besprechen.

Gerne unterbreite ich Ihnen einen individuellen Behandlungs- und Kostenplan. Mein Team und ich freuen uns, wenn Sie uns wegen einer Laserbehandlung kontaktieren. Sie erreichen uns telefonisch unter 0151 - 70506563 oder schreiben Sie uns eine E-Mail.